Gänsefleisch und Puffbohnen

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Der diesjährige Ausflug des 1. Wächtersbacher Carneval Vereins 1961 e.V. führte die circa 35 Teilnehmer für 2 Tage am 4.6. und 5.6.2016 nach Sachsen und Thüringen, genauer nach Leipzig und Erfurt.

Am Samstag morgens früh um 7:30 Uhr, bei angenehmen Temperaturen bestieg man am WCV-Casino den Bus, an Bord genügend Marschverpflegung sowohl flüssiger als auch fester Art, um nach knapp zweistündiger Fahrt an einem Rastplatz bei Herleshausen schon wieder auszusteigen.
Fuhr man diese Strecke seinerzeit vor 1989, musste man hier auch anhalten, egal ob man wollte oder nicht. Denn statt eines gemütlichen Rastplatzes war hier eine eher ungemütliche und bedrohliche, stark gesicherte Grenzanlage. Und wenn man Pech hatte, wurde man von einem schlechtgelaunten, meist sächsischem Volkspolizisten aufgefordert auszusteigen und zwar mit den Worten: "Gänsefleisch mol'n Gofferraum effnen!" (Übersetzung: Können Sie vielleicht mal den Kofferraum öffnen).
Der geneigte Leser möge dem Verfasser dieses Berichts diesen Kalauer verzeihen, aber der musste einfach sein.

 

 

wcv 2016 06 04 050 jb P1020695Die zum gemütlichen Rastplatz umgestaltete Grenzanlage wurde nun also genutzt, um für das traditionelle WCV-Ausflugsfrühstück den dafür extra mitgebrachten großen Tisch zu decken. Zwar gab es kein Gänsefleisch, dafür aber Presskopf, Fleischwurst, Krakauer, Käse, Eier und und und..., sodass der Tisch sich bog. Für die Verdauung standen sogar diverse Schnäpse zur Verfügung. Es ist wohl eher ein bösartiges Gerücht, dass einige Teilnehmer meinten, man könne nun eigentlich wieder nach Hause fahren, weil hiermit der entscheidende Teil des Ausflugs bereits absolviert sei.
Ebenso ist der folgende Ausspruch einer Teilnehmerin bestimmt nur einer optischen Täuschung geschuldet, der sie erlegen ist, als sie während des Abbaus des Frühstückbuffets in den Laderaum des Busses blickte, in dem sowohl die Koffer als auch die Bier- und sonstigen Getränkerationen lagerten und erstaunt ausrief. "Da drinnen ist ja mehr Alkohol als Gepäck!"

wcv 2016 06 04 090 jb P1020702Jedenfalls ging es nun zügig weiter bis Leipzig, wo man Quartier im InterCityHotel bezog, das sehr zentral nahe dem Hauptbahnhof liegt, sodass in wenigen Gehminuten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der City zu erreichen waren.
Nachdem man sich ein wenig akklimatisiert hatte und vielleicht sogar schon wieder etwas essen konnte, startete gegen 15:00 Uhr die obligatorische Stadtführung.
wahr falschDie Zahlen und Fakten, die bei einer solchen Führung auf einen einprasseln, werden normalerweise entweder sofort oder etwas später wieder vergessen. Diesmal verknüpfte der Stadtführer aber jedes trockene Informationspaket mit einer skurrilen Geschichte, die entweder wahr oder falsch sein konnte: Die Teilnehmer mussten entscheiden, ob gelogen oder die Wahrheit gesagt wurde und trugen ihre Einschätzung auf ein Kärtchen ein. Am Ende stand dann ein Sieger fest, der aber außer der Ehre sonst nichts gewonnen hatte.
Dieses Konzept, Zahlen und Fakten mit kleinen Geschichten zu verknüpfen, ist ein geschickter Kniff, sich Dinge besser merken zu können. Diese Methode wird z. B. auch von Gedächtniskünstlern praktiziert.

So haben sich die Teilnehmer also sicherlich einiges über die Nikolaikirche, das Alte und Neue Rathaus, die Thomaskirche und Specks Hof gemerkt. 

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Faust und Mephisto
vor Auerbachs Keller

Auch Auerbachs Keller, ein Lokal, welches schon in Goethes Faust eine Rolle spielte, wurde aufgesucht. Auerbachs Keller ist ein Teil der Mädlerpassage. Die Mädlerpassage war in den 90er Jahren ein Prestigeobjekt des Investors und Baulöwen Jürgen Schneider, der sich durch Falschangaben Kredite erschlichen hatte, die er dann nicht zurückzahlen konnte, sodass das ganze finanzielle Schneeballsystem letztlich zusammenbrach und Schneider deswegen im Knast landete.
wcv 2016 06 04 020 jb P1020680 ji"Namensgleichheit des Bankrotteurs mit lebenden Vorsitzenden von karnevalistischen Vereinen sind rein zufällig" betonte der Vorsitzende des Wächtersbacher Carnevalvereins Jürgen Schneider auf Nachfrage.

Da an diesem Wochenende in Leipzig das Stadtfest stattfand, brauchte es für den Abend keine vom WCV organisierten Aktivitäten.
wcv 2016 06 04 390 jb P1020798 jiDas Stadtfest der Messestadt Leipzig ist mit dem Biermeilenfest der Messestadt Wächtersbach durchaus vergleichbar, allerdings ist die Leipziger Variante drei bis vier Nummern größer.
Mehrere Bühnen mit verschiedensten reichhaltigen Musikangeboten, unzählige Buden und Stände mit vielfältiger Auswahl an Speis und Trank. Also egal ob Rock, Pop, Bajuwarisches Flair oder stillere Eckchen, für jeden war etwas dabei und so bildeten sich diverse Grüppchen, die sich über die Innenstadt verteilten.
Irgendwann trudelten alle wieder am Hotel ein. Aber da vor dem Hotel Tische und Stühle aufgestellt waren und die Bewirtung auch noch nicht eingestellt war, kam so ein Großteil der Truppe zu einem letzten Absacker wieder zusammen.

wcv 2016 06 05 060 jb P1020824Am nächsten Morgen stand noch das Völkerschlachtdenkmal, für Leipzigbesucher ein touristisches Muss, auf dem Programm. Mit 91 Meter Höhe zählt es zu den größten Denkmälern Europas. Einige, aber bei Weitem nicht alle, erklommen die ca. 500 Stufen bis in die Kuppel, um den großartigen Ausblick von dort zu genießen.

Puffbohnen, das war das Stichwort für den nächste Programmpunkt. Wer dies aber irgendwie in Verbindung mit einem kommerziellen erotischen Etablissement gebracht hatte, wurde jäh enttäuscht.
Seit Jahrhunderten schon wird von den Erfurtern die Puffbohne angebaut, die hier auf Grund der fruchtbaren Böden und des milden Klimas besonders gut gedeiht. Der Name resultiert aus dem "Aufpuffen" der Kornschale beim Kochen. Der Name Puffbohne wird auch gleichzeitig als Spitzname für den gebürtigen Erfurter verwendet. Hin zu den Puffbohnen bedeutet also, der Bus fuhr wieder zurück in Richtung Westen mit dem Ziel Erfurt, welches zur Mittagszeit erreicht wurde.

wcv 2016 06 05 nk 0030 Collage Erfurt 01Einige besichtigten sofort den imposanten Dom, während andere unverzüglich das Lokal "Wirtshaus zum Dom" aufsuchten. Keiner der Wirtshausbesucher traute sich die Spezialität des Hauses zu probieren – Pferdegulasch. Da blieb man doch lieber bei den Thüringer Bratwürsten oder dem Sauerbraten mit Thüringer Klößen.

Spätestens nach dem Mittagessen wurden auf eigene Faust die touristischen Highlights von Erfurt gesucht und gefunden. Auf Platz eins stand die Krämerbrücke, ein 120 m langes Bauwerk aus dem Mittelalter, welches die Gera überspannt und mit 32 Häusern bebaut ist.
Oder man ließ sich einfach in der hübschen Altstadt treiben, um dann zum Beispiel auf die Skulptur von "Bernd das Brot" zu stoßen. Richtig, der Kinderkanal KiKA hat ja seinen Sitz hier in Erfurt.

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Reisen strengt an

Nun war es aber an der Zeit, Erfurt Ade zu sagen. Der Bus brachte die mittlereile müden Ausflugsteilnehmer zum Ausgangspunkt, dem WCV-Casino zurück. Damit war der Ausflug offiziell zu Ende und deshalb dachte sich wohl der Wettergott, seine Pflicht und Schuldigkeit für den Verein getan zu haben, und es begann zu regnen.

 

Noch mehr Fotos vom Ausflug findet ihr in der Bildergalerie -->

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